Aktualisiert am 29.05.2018 um 18:01 Uhr MESZ

Frankfurt am Main/Bonn (spn) -

Internationale Hedgefonds nehmen verstärkt deutsche Aktien ins Visier, um auf fallende Kurse zu setzen. Am heutigen Dienstag (29.05.2018) wurden bei sechs Aktien Veränderungen von Netto-Leerverkaufspositionen gemeldet. Dies geht aus den Veröffentlichtungen im Bundesanzeiger hervor.

Ein signifikanter Aufbau von Leerverkaufspositionen kann ein wichtiges Signal für Anleger sein, schließlich rechnen die Leerverkäufer mit fallenden Kursen. Umgekehrt kann ein verstärkter Rückzug eines Hedgefonds aus den Shortpositionen ein Indiz dafür sein, dass wieder mit steigenden Kursen gerechnet wird.

Marshall Wace im Fokus bei Short-Positionen

Marshall Wace baute seine Short-Position bei Adva Optical Networking deutlich ab. Auch bei den Aktien von Deutsche Bank und Aareal Bank erfolgte ein Abbau um -0,02 Prozent (Marshall Wace) bzw. -0,02 Prozent (Millennium Management). Auf der Basis der aktuellen Marktkapitalisierung der Aktie entsprach dies bei Deutsche Bank einem Wert von -4,3 Mio Euro. Bei Aareal Bank bedeutete es eine Veränderung von -457,4 Tsd Euro. Im Vergleich zu anderen Hedgefonds meldete Marshall Wace die meisten Veränderungen bei Netto-Leerverkaufspositionen.

Nachfolgend alle aktuellen Veränderungen (prozentual und absolut) sowie neue Positionen von Hedgefonds.

Alle Netto-Veränderungen*, die am 29.05.2018 gemeldet wurden:

1.Aareal Bank+0,08 Prozent1,8 Mio EuroCitadel Europe
2.Adva Optical Networking+0,04 Prozent128,6 Tsd EuroWorldQuant
3.Medigene+0,01 Prozent35,3 Tsd EuroGSA Capital 5th Floor
4.Deutsche Bank-0,02 Prozent-4,3 Mio EuroMarshall Wace
5.Aareal Bank-0,02 Prozent-457,4 Tsd EuroMillennium Management
6.Adva Optical Networking-0,12 Prozent-385,8 Tsd EuroMarshall Wace

*Die Netto-Veränderung gibt an, um wie viele Prozentpunkte sich die Netto-Leerverkaufspositionen zu einer Aktie verändert haben. Die absolute Veränderung bezieht sich immer auf die Marktkapitalisierung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung.

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Hintergrund: Leerverkäufer (auch Short-Seller genannt) sind dazu verpflichtet, ihre Netto-Leerverkaufspositionen offenzulegen, sofern sie gewisse Schwellenwerte überschreiten; das gilt auch bei Veränderungen oder einer Auflösung der Netto-Leerverkaufsposition. Eine Netto-Leerverkaufsposition liegt vor, wenn die Zahl der aktuell gehaltenen Short-Positionen zu einer Aktie die Zahl der gehaltenen Long-Positionen übersteigt. In Deutschland erfolgt die Offenlegung im Bundesanzeiger und zwar bis spätestens 15:30 Uhr am nächsten Handelstag, an dem die Netto-Leerverkaufsposition entstanden ist oder verändert/geschlossen wurde.

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