Aktualisiert am 18.05.2018 um 09:46 Uhr MESZ

Frankfurt am Main/Bonn (spn) -

Internationale Hedgefonds nehmen verstärkt deutsche Aktien ins Visier, um auf fallende Kurse zu setzen. Am gestrigen Donnerstag (17.05.2018) wurden bei sechs Aktien Veränderungen von Netto-Leerverkaufspositionen gemeldet. Dies geht aus den Veröffentlichtungen im Bundesanzeiger hervor.

JPMorgan Asset Management im Fokus bei Short-Positionen

Maplelane Capital baute seine Short-Position bei Dialog Semicondcutor deutlich ab. Auch bei den Aktien von Nordex und thyssenkrupp erfolgte ein Abbau um -0,11 Prozent (JPMorgan Asset Management) bzw. -0,03 Prozent (Marshall Wace). Auf der Basis der aktuellen Marktkapitalisierung der Aktie entsprach dies bei Nordex einem Wert von -1 Mio Euro. Bei thyssenkrupp bedeutete es eine Veränderung von -4,9 Mio Euro. JPMorgan Asset Management hielt die meisten Leerverkaufspositionen bei deutschen Aktien.

Nachfolgend alle aktuellen Veränderungen (prozentual und absolut) sowie neue Positionen von Hedgefonds.

Alle Netto-Veränderungen*, die am 17.05.2018 gemeldet wurden:

1.Adva Optical Networking+0,03 Prozent89,2 Tsd EuroJPMorgan Asset Management
2.Qiagen-0,02 Prozent-1,4 Mio EuroMillennium Management
3.thyssenkrupp-0,03 Prozent-4,9 Mio EuroMarshall Wace
4.GEA-0,03 Prozent-1,9 Mio EuroWorldQuant
5.Nordex-0,11 Prozent-1 Mio EuroJPMorgan Asset Management
6.Dialog Semicondcutor-0,13 Prozent-1,9 Mio EuroMaplelane Capital

Ein signifikanter Aufbau von Leerverkaufspositionen kann ein wichtiges Signal für Anleger sein, schließlich rechnen die Leerverkäufer mit fallenden Kursen. Umgekehrt kann ein verstärkter Rückzug eines Hedgefonds aus den Shortpositionen ein Indiz dafür sein, dass wieder mit steigenden Kursen gerechnet wird.

*Die Netto-Veränderung gibt an, um wie viele Prozentpunkte sich die Netto-Leerverkaufspositionen zu einer Aktie verändert haben. Die absolute Veränderung bezieht sich immer auf die Marktkapitalisierung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung.

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Hintergrund: Leerverkäufer (auch Short-Seller genannt) sind dazu verpflichtet, ihre Netto-Leerverkaufspositionen offenzulegen, sofern sie gewisse Schwellenwerte überschreiten; das gilt auch bei Veränderungen oder einer Auflösung der Netto-Leerverkaufsposition. Eine Netto-Leerverkaufsposition liegt vor, wenn die Zahl der aktuell gehaltenen Short-Positionen zu einer Aktie die Zahl der gehaltenen Long-Positionen übersteigt. In Deutschland erfolgt die Offenlegung im Bundesanzeiger und zwar bis spätestens 15:30 Uhr am nächsten Handelstag, an dem die Netto-Leerverkaufsposition entstanden ist oder verändert/geschlossen wurde.

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